"Seit 1990 ist das Ehepaar Barbara und Gustav Bickel aus Opfingen im Storchenschutz in der ganzen Region tätig. Die Zahl der Nester nimmt zu. Doch nicht überall sind die Tiere willkommen"
Am Sonntag rastete dieses ungewöhnliche Storchenpaar auf der Symphoriankirche in Freiburg-Tiengen. Beide Störche kamen gemeinsam an und blieben zusammen auf dem Kirchturm. Ein außergewöhnlicher Anblick, denn zwei so unterschiedliche Storchenarten sieht man nur äußerst selten gemeinsam.
Tausende Weißstörche sorgten in den vergangenen Tagen an der Straße von Gibraltar für ein beeindruckendes Bild. Dichter Nebel lag über der Meerenge zwischen Europa und Afrika
So langsam verlassen auch die Jungstörche St. Peter im Schwarzwald. Vor 14 Tagen konnten wir noch rund 200 Störche zählen, heute waren es etwa 80, die sich rund um das Kloster aufhielten.
Auch unser Senderstorch SATURN gehört zu den Jungstörchen, die seit einigen Tagen tagsüber die Wiesen von St. Peter und abends das Areal um das Kloster in Beschlag nehmen! Mit etwas Glück konnten wir SATURN sowohl auf Futtersuche als auch auf seinem Schlafplatz entdecken!
Auf der Suche nach ausreichend Nahrung weichen derzeit viele Jungstörche in die Höhenlagen des Schwarzwaldes aus. Im Rahmen unseres Monitorings folgten wir den Vögeln und konnten zwischen St. Peter, St. Märgen und dem Thurner zahlreiche Trupps auf den grünen Wiesen mit sogar bis zu 50 Weißstörchen beobachten
Gegen Abend bot sich dann ein beeindruckendes Naturschauspiel:
Unser einjähriger Senderstorch SMARAGD ist ein echter Weltenbummler. Bereits nach seinem ersten Winter, den er in Marokko verbracht hat, kehrte er wieder nach Europa zurück. Besonders Frankreich schien es ihm angetan zu haben. Dort war er ausgiebig unterwegs, bevor ihn seine Reise schließlich zurück in den Breisgau führte.
Kaum hat unser Senderstorch JUPITER von der St. Galluskirche in Kirchzarten seinen Jungfernflug erfolgreich absolviert, ist er bereits flügge geworden und hat das heimische Nest in Kirchzarten hinter sich gelassen.
Unsere Auffangstation steht aktuell vor einer großen Herausforderung: Immer mehr verletzte und verunfallte Jungstörche sowie zahlreiche Bruchpiloten müssen in unserer Auffangstation versorgt werden. Gestern haben wir den 39. Jungstorch geborgen und wir sind noch nicht am Ende der Fahnenstange.
Ein Kamerateam des SWR besuchte unsere Auffangstation in Reute.
Dies gab Martin Kury die Gelegenheit, einem größeren Publikum unsere Arbeit vorzustellen und zu zeigen, dass unsere Station keine „falsche Tierliebe“ praktiziert. Die von uns gepflegten Jungstörche können nach ihrer Freilassung problemlos mit ihren Artgenossen mithalten.
Am gestrigen Abend kam es rund um das Nest auf der St. Galluskirche in Kirchzarten zu Auseinandersetzungen zwischen den Nestbewohnern JUPITER, SATURN und MARS und jungen Fremdstörchen.
Heute haben wir unser letztes Storchenkind für dieses Jahr beringt und besendert.
In den vergangenen drei Wochen haben wir 186 Jungstörche beringt,16 davon zusätzlich mit einem Beinsender ausgestattet und 5 wurden von dem Max-Planck-Institut für Verhaltensbiologie, Vogelwarte Radolfzell, mit einem Rucksacksender versehen.
Als wir heute mit dem Hubsteiger zum Beringen des Storchennestes hochgefahren sind, haben wir, wie zuvor im Spektiv gesehen, mit zwei Jungstörchen gerechnet. Doch oben angekommen bot sich ein Anblick, der uns tief getroffen hat.
MARS, SATURN und JUPITER sind bereit für die Forschung
Gestern durften wir, Weißstorch Breisgau e.V., einen besonderen Moment auf dem Kirchturm in Kirchzarten erleben:
Wir haben unsere drei Jungstörche beringt, gewogen und vermessen. Zusätzlich erhielten sie Beinsender, die später wertvolle Daten über ihr Zugverhalten liefern werden.
Vor fast einem Jahr hat GABO aus Kirchzarten in Marokko sein Leben verloren.
Nun, ein Jahr später, passiert das Unerwartete: Der Sender meldet sich zurück.
Die Signale kommen aus einem kleinen Feld, direkt vor der Hütte einer Berberfamilie, dort, wo sie ihr Getreide anbauen. Da ich mich zeitgleich gerade in Marokko aufgehalten habe, habe ich meine Pläne umgeworfen und gemeinsam mit einem marokkanischen Kooperationspartner, Dr. Mustapha Abidi, die Berberfamilie aufgesucht.
In Ebnet ereignete sich ein trauriger Zwischenfall: Ein fremder Storch attackierte das Nest und verletzte eines der Küken so schwer am Kopf, dass es ein Auge verlor und schließlich aus dem Nest geworfen wurde. Wir haben alles versucht – doch das Küken ist in unseren Händen verstorben.
Heute hat ein weiteres kleines Leben den Weg zu uns gefunden. Ein Küken aus Zell am Harmersbach, dessen Vater tot neben ihm im Nest lag und dessen Mutter die Versorgung allein nicht mehr schaffte. Nun liegt es unter unserer Wärmelampe, klein, verletzlich, aber voller Lebenswillen.
In unserer Auffangstation werden wir alles tun, dass es sich zu einem flugfähigen Jungstorch entwickeln kann.
Und doch spüren wir: Dieses Schicksal ist kein Einzelfall. Die Zahl der hilfsbedürftigen Küken steigt, und die Saison hat gerade erst begonnen.
Viele Geschichten werden wir nicht einzeln erzählen können – aber sie passieren, Tag für Tag.
Heute wurden uns zwei nur wenige Tage alte Küken anvertraut. Ihr Nest wurde aufgrund akuter Absturzgefahr – nach behördlicher Genehmigung – entfernt.
Nun werden die kleinen Geschwister bei uns unter einer Wärmelampe gewärmt und per Hand aufgezogen. Auch wenn wir ihre Eltern nicht ersetzen können, geben wir alles, um ihnen einen sicheren Start ins Leben zu ermöglichen.
Willkommen, kleine Kämpfer. Wir passen auf euch auf!
Der Senderstorch ANGELA (DER AY470) brütet seit Jahren in Riegel. Doch in diesem Jahr wurde ihm sein Nistplatz von Menschenhand mehrfach streitig gemacht. Nun endlich hat er es geschafft, seine Jungen zur Welt zu bringen! Und diesmal sogar ein Trio!
Ein herzliches Dankeschön für diesen Schnappschuss an die Fotografin Christine Rall.
Hoch oben auf der St.-Galluskirche in Kirchzarten hat sich ein kleines Wunder ereignet: Fünf Storchenküken sind geschlüpft und bringen neues Leben in das traditionsreiche Nest von Ulla und Edgar.
Für die beiden jüngsten Küken beginnt jedoch ein besonders schwerer Start. Das vierte Küken kam drei Tage nach dem Zwillingspaar zur Welt, das fünfte sogar erst fünf Tage später. In einer Storchenfamilie können wenige Tage Altersunterschied darüber entscheiden, wer beim Füttern genug Kraft hat, sich gegen die älteren Geschwister durchzusetzen. Und manchmal bedeutet dieser Unterschied tatsächlich eine Frage von Leben oder Tod.
Aus dem Nest von Ulla und Edgar sind in der Vergangenheit maximal 3 Jungstörche ausgeflogen.
Ob es allen Küken gelingt, groß und stark zu werden, wird sich in den kommenden Wochen zeigen.
Wir hoffen mit ihnen, fiebern mit ihnen – und wünschen der kleinen Storchenfamilie von Herzen alles Gute.
Der einjährige Senderstorch FRIDOLIN, geschlüpft in Dießen am Ammersee, hat auf seiner Rückreise aus seinem Winterquartier in Marokko vier Tage auf dem Mundenhof im Breisgau verbracht. Dort suchte er die Nähe zur Storchenkolonie und schien sich sichtlich wohlzufühlen.
Ein spannender Zwischenstopp eines jungen Reisenden auf großer Tour.
In Denzlingen sind die Monitore für die Storchenbrut wieder aktiv. Jeweils fünf Eier wurden in den beiden Nestern gesichtet. Zwischen Mitte und Ende April wird der Nachwuchs schlüpfen!
Er war schwer verletzt, und wir hatten große Sorge, ihn zu verlieren. Die Erinnerung an unseren Senderstorch Ursula aus der Auffangstation, den wir nach einem Nestkampf nur noch tot bergen konnten, war noch allzu präsent.
Wenn ein Storch solche Verletzungen erleidet, können wir zunächst kaum eingreifen. Wir können nur aus der Distanz beobachten, hoffen und immer wieder nach ihm sehen, um jede Veränderung wahrzunehmen. Gerade dieses wachsame Beobachten ist entscheidend – denn nur so können wir im richtigen Moment handeln, falls ein Eingreifen doch notwendig und möglich wird.
Und nun die Nachricht, die uns alle strahlen lässt:
Unser Storchenmann hat sich so gut erholt, dass er bereits wieder an Fortpflanzung denken kann.
Zum Schluss möchten wir uns herzlich bei Christine Rall bedanken, die uns zuverlässig mit täglichen Beobachtungen vom Neststandort und mit Fotos unterstützt hat
Seit über einem Jahr steht in Kirchzarten ein weiteres Storchennest bereit. Allerdings bisher wurde es kaum beachtet! Und das, obwohl es im Dreisamtal inzwischen mehr Störche als freie Nester gibt!
Umso mehr freuen wir uns, dass uns nun der Grundstückseigentümer, die Firma Halstrup-Walcher, ermöglicht hat, die von ihm errichtete Nisthilfe „storchengerecht“ auszubauen. Unser „Vereinsvater“ Gustav Bickel hat diese Aufgabe mit viel Herzblut übernommen.
Und dann die Überraschung:
Kaum ist das Nest fertig, landet der erste Storch - als hätte er nur auf diesen Moment gewartet
Dieses Ereignis zeigt, wie wie wählerisch Störche bei der Wahl ihres Nistplatzes sind und dass sich jede Mühe lohnt, ihnen geeignete Standorte anzubieten. So verhindern wir, dass sie an Orten bauen, an denen sie nicht erwünscht sind und ihr Nest später entfernt werden müsste.
Wir sind überglücklich, dass wir den Geschmack unseres neuen gefiederten Bewohners getroffen haben.