Aktuelles Juni 2024

Storch verheddert sich in einer Schnur

Eine Maurerschnur, die im Baugewerbe zum Einsatz kommt, wurde für eine Storchenfamilie auf dem Mundenhof fast zum Verhängnis.

Am Morgen des 27.06.2024 haben aufmerksame Besucher auf dem Mundenhof beobachtet, dass sich ein Storch in einer Schnur verheddert hatte. Er hing mit seinem Kopf in einer Schlinge wie an einem Galgen. Ob sich der Altstorch bereits außerhalb des Nestes auf einem Feld an der Schnur verfangen und mit dieser zum Nest zurückkehrte oder er in guter Absicht die Schnur zur Ausbesserung des Nestes aufsammelte, lässt sich nicht sagen. Beide Varianten sind denkbar und stellen jede für sich eine Gefahr für die Wildtiere dar. Schnell konnte Hilfe organisiert werden, um den Storch aus seiner lebensbedrohlichen Lage zu befreien. Als sich allerdings seine Retter mit einem Hubsteiger dem Nest näherten, zeigte sich erst die ganze Dimension der Gefahrenlage:

Als die Jungstörche das Herannahen des Korbes vom Hubsteiger erkannten, wollten diese fliehen. Ein Jungstorch konnte erfolgreich wegfliegen, ein anderer hatte die Schnur um seinen Fuß und ist bei dem Versuch abzufliegen von seinem Elternteil, der zuvor am anderenen Ende unter ihm in der Luft baumelte, plötzlich in die Tiefe mitgerissen worden. Beide Tiere stürzten vor den Augen der Retter in die Tiefe.

Hier kann man nur sagen Glück im Unglück:

beide Tiere haben den Sturz überlebt. Der Jungstorch konnte wieder in das Nest gesetzt, der Altstorch nach einer Beobachtungsphase in der Voliere in die Freiheit entlassen werden. Mittlerweile hat er die Versorgung seiner Jungstörche wieder übernommen. Dies ist nur einer von vielen Vorfällen der zeigt, welche Gefahr durch unachtsam herumliegenden Müll für Störche entstehen kann. Hiervor kann nicht genug gewarnt werden.


Beringung in Oberrimsingen

Am Mittwoch, den 19. Juni fand beim Verein Weissstorch Breisgau e.V. die Storchenberingung in Oberrimsingen statt. Mit großem Engagement und Präzision machten sich die Vereinsmitglieder daran, die jungen Störche in Oberrimsingen zu beringen.

Diese Maßnahme dient der wissenschaftlichen Forschung und dem Schutz der Störche in unserer Region.
Dank des ehrenamtlichen Einsatzes der Vereinsmitglieder konnte die Beringung reibungslos durchgeführt werden. Die Jungstörche wurden direkt in ihrem Nest behutsam mit individuellen Ringen versehen, die sie für die Forschung identifizierbar machen. Obwohl die Störche nicht gewogen wurden, liefert die Beringung wertvolle Daten, die dazu beitragen, die Zugwege und Lebensgewohnheiten der Störche besser zu verstehen und ihren Bestand langfristig zu sichern.

Ein besonderer Dank gilt der Firma Menner, die großzügigerweise eine Arbeitsbühne mit Fahrer zur Verfügung gestellt hat. Ohne diese Unterstützung wäre es kaum möglich gewesen, die hochgelegenen Nester sicher zu erreichen. Die Firma Menner hat damit einen wertvollen Beitrag zum Erfolg der Storchenberingung geleistet

Die Storchenberingung ist ein wichtiger Bestandteil unseres Vereins, der sich seit Jahren mit großem Engagement für den Schutz und die Erforschung der Weißstörche einsetzt.
Durch die Beringung können die Wanderungen und das Verhalten der Störche dokumentiert und analysiert werden, was letztlich dem Artenschutz zugutekommt.
Die diesjährige Aktion war ein voller Erfolg, und die Vereinsmitglieder freuen sich bereits auf die nächsten Schritte in ihrem Engagement für die Weißstörche. Dank der Unterstützung von Firmen wie Menner kann diese wichtige Arbeit fortgeführt und weiter ausgebaut werden.
Nochmals vielen Dank an die Firma Menner für die Bereitstellung der
Arbeitsbühne mit Fahrer!

Drama im Storchennest

Am Montag, 17. Juni stellte ich bei meinen Storchennestkontrollen fest, dass die beiden Jungstörche auf dem Dach der Ev. Kirche zum ersten Mal allein im Nest anwesend waren. Beide Alt Vögel waren vermutlich zur Futtersuche unterwegs. Am späten Nachmittag wurde das Nest mit den Jungvögeln von einem anderen Storch angegriffen und die beiden Jungvögel schwer verletzt. Vor dem Monitor am Gemeindehaus waren zu der Zeit mehrere Interessenten und Vogelfreunde, die dem Zuschlagen des Storches auf die Jungen, bei denen Blut floss,  mitansahen. Daraufhin wurde die Feuerwehr alarmiert, die die verletzten Störche aus dem Nest holte und in die Pflegestation (Storchenkrankenhaus) in Reute beim 2. Vorstand des Vereins Weissstorch Breisgau e.V., Martin Kury einlieferte. Ein Storch ist noch in der Nacht gestorben. Der zweite ist trotz seiner Verletzung munter und nimmt auch angebotenes Futter an. Der Angreifer ist vermutlich ein noch junger Storch der keinen Partner hat und solo unterwegs ist. Warum Störche gegen einander aggressiv werden weiß ich nicht. Schade, dass man das interessante Leben der Störche auf dem Kirchendach nicht mehr beobachten kann.

Manfred Wössner